Grüne Resilienz und Salutgenese - Die Widerstandskraft eines Menschen

Zusammenfassung aus "Waldbaden für Kinder" 
von Jasmin Schlimm-Thierjung und Bea von Borcke, Deutsche Akademie für Waldbaden

Unter Resilienz versteht man die Fähigkeit, schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu bewältigen. Die psychische Widerstandskraft ist nötig, um seelisch stabil und körperlich gesund zu bleiben. Widerstandsressourcen verhelfen zu Mut und Zuversicht und bieten Sicherheit, auf die ein Mensch in Krisenzeiten zurückgreifen kann. Resilienz ist mehr als das Anpassen an widrige Umstände oder das Durchstehen schlechter Zeiten. Es geht darum, sich selbst zu erkennen, sich besser zu begreifen, energieschonend und mit Selbstfürsorge zu handeln. Inzwischen hat sich auch der Fachbegriff "grüne Resilienz" herausgebildet. 

Resilienz kann gelernt werden!

Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass sich Selbstvertrauen, Selbstwirksamkeit und soziale Kontaktfähigkeit durch den Aufenthalt in der Natur verstärken. Außerdem steigern sich Lösungsorientierung, Akzeptanz und realistischer Optimismus. Umweltmedizin, Natursoziologie und Naturpsychologie haben den Beweis erbracht, dass besonders beim Aufenthalt im Wald die physische und psychische Lebenskraft wächst. Das sind beste Voraussetzungen, um gelassener und glücklicher zu werden. Es steigert sich die körperliche, seelische und soziale Gesundheit.

Auch für die Heranwachsenden bedeutet das, dass Erschöpfungszustände, Leistungsbeeinträchtigungen und Konzentrationsschwierigkeiten positiv beeinflusst werden können. Der Aufenthalt im Wald nimmt Einfluss auf die physiologisch-vegetative, die kognitiv-emotionale und die verhaltensbezogene Ebene der Kinder und Jugendlichen. Ein einmaliges Waldbaden oder mein Resilienztraining werden sicher nicht alle Probleme sofort lösen können. Eine Änderung im Sozialverhalten und das Nachlassen von Lust- und Antriebslosigkeit sind aber im besten Falle schnell festzustellen. Eine mehrmalige Teilnahme kann Kopf- und Bauchschmerzen, Ein- und Durchschlafstörungen wie auch körperliche Unruhe vermindern.

Die Salutogenese beschäftigt sich mit der Frage: Wie entsteht Gesundheit und wie erhalten wir sie? Aaron Antonovsky, ein israelisch-amerikanischer Wissenschaftler, entwickelte im Zuge dieser Problemstellung einen Ansatz, der sich darauf konzentriert, gesundheitsfördernde Bedingungen zu suchen. Es geht nicht darum, alles zu vermeiden, was krank macht, sondern zu stärken, was die Gesundheit unterstützt. Besonders bei Kindern und Jugendlichen gilt es, diese Fähigkeit zu entwickeln und zu intensivieren.

In meinem Natur und Resilienztraining fördern wir die "sieben Resilienzwurzeln":

Achtsamkeit, Optimismus und Akzeptanz, Anpassungsfähigkeit, Selbstwirksamkeit, Beziehungspflege, kreatives Lösungsdenken, zielorientiertes Handeln

Bewegung wechselt sich ab mit Sinnes- und Wahrnehmungsübungen. Phantasie, Kreativität und Sozialkompetenz werden spielerisch stimuliert. Die Kinder erkennen den Wert des Waldes und der Natur. Sie erleben, dass alles zusammenhängt, denn auch wir Menschen sind Teil der Natur und somit Teil eines großen Systems. Wir entdecken und gestalten, entwickeln das Vertrauen in die eigenen wachsenden Kräfte und Fähigkeiten. Sowohl in gemeinsamen Aktionen als auch in "Solozeiten" erfahren wir die Sinnhaftigkeit des eigenen Handelns, Fühlens und Denkens.

 

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